Sind Sie „coachable“?

In meinen Coachings geht es darum, Ihr Verhalten als Führungskraft nachhaltig zu verbessern. Und zwar aus Sicht Ihrer Mitarbeitenden, welche in den Coachingprozess einbezogen werden. Das Coaching basiert dabei auf einem bewährten, klar definierten und strukturierten Prozess. Ich bin derart überzeugt vom Erfolg dieser Methode, dass ich auf mein gesamtes Honorar als Coach verzichte, wenn sich das Verhalten der Führungskraft aus Sicht der Mitarbeitenden nach zwölf Monaten nicht signifikant verbessert hat.

In den allermeisten Fällen steigern sich die Führungskräfte deutlich und ich werde bezahlt. Ab und an geschieht es, dass sich auf ein Honorar verzichten muss, weil die Führungskraft sich nicht verbessert – eine ärgerliche Zeit- und Energieverschwendung.

Als Konsequenz versuche ich vor der Übernahme eines Coachingmandates herauszufinden, ob die Führungskraft „coachable“ ist. Denn niemand kann erfolgreich gecoacht werden, der nicht gecoacht werden will. Mit der Zeit (und nach einigen schmerzhaften Erfahrungen) habe ich festgestellt, dass die Frage, ob jemand „coachable“ ist, direkt mit seinem Selbstbild verknüpft ist.
 

Dynamisches vs. statisches Selbstbild

Jeder Mensch hat bestimmte Glaubensätze, die grundlegend für seine Sichtweise auf alles sind. Diese Denkmuster prägen das eigene Selbstbild. Dabei kann vereinfacht zwischen einem „dynamischen Selbstbild“ – auch „Wachstumsdenken“ genannt – und einem „statischen Selbstbild“ – auch „statisches Denken“ genannt – unterschieden werden.
 

Wer ein „dynamisches Selbstbild“ hat

  • ist überzeugt, seine Fähigkeiten stets weiterentwickeln zu können,
  • lernt, um Dinge besser zu verstehen und mehr zu erfahren,
  • sieht Fehler als Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren und sich weiterzuentwickeln.
     

Wer ein „statisches Selbstbild“ hat

  • ist überzeugt, dass es rein von seinem Talent abhängt, ob er etwas kann oder nicht,
  • lernt, um positives Feedback zu bekommen – sei dies ein Lob, ein (finanzieller) Bonus oder eine Aufstiegschance
  • sieht Fehler als Bedrohung und Abwertung seiner Person.

Entdeckt hat die beiden Selbstbilder die Stanford-Professorin Carol Dweck in ihren jahrzehntelangen Forschungsarbeiten zum Thema Mindset. Ein exzellenter TED-Talk dazu findet sich hier

Die beiden Selbstbilder sind ausschlaggebend dafür, ob eine Führungskraft „coachable“ ist: Führungskräfte mit einem „statischen Selbstbild“ sind es nicht. In der Konsequenz biete ich keine Coachings für Menschen mit einem statischen Selbstbild.

Führungskräfte mit einem „dynamischen Selbstbild“ hingegen sind meine idealen Klienten, denn sie entwickeln sich in jedem Bereich weiter, der sie interessiert. Also auch in ihrem Führungsverhalten. Weil sie der Auffassung sind, dass sie nur ordentlich üben und sich anstrengen müssen und dann jedes realistische Ziel erreichen können, was sie erreichen wollen. Sie sind fest davon überzeugt, dass sie es selbst in der Hand haben, ob sie etwas erreichen können und haben einen entkrampften Umgang mit Fehlern und Misserfolgen – weil ein Misserfolg einfach nur aufzeigt, wo man noch weiterwachsen kann.
Ein Scheitern wird interpretiert als „du kannst es noch nicht“ und sie schreiben ihre Erfolgsaussichten nicht ihrer Herkunft oder ihrem von der Natur gegebenen Talent zu.

Menschen mit einem „statischen Selbstbild“ entwickeln sich nur in den Gebieten weiter, wo sie ohnehin schon ganz gut sind und deshalb so wenig Fehler wie möglich machen werden. Sie haben oft Angst davor, Fehler zu machen, weil Fehler dem Urteil „du kannst das nicht“ gleichkommen. Oft beschleicht sie das Gefühl, versagt zu haben, wenn sie Herausforderungen nicht auf Anhieb bewältigen.

Klar, kein Mensch hat nur ein dynamisches oder statisches Selbstbild – jeder Mensch lässt sich durch ein sogenanntes „Mixed Mindset“ charakterisieren, in welchem die beiden Selbstbilder in unterschiedlichem Ausmaß vertreten sind.
 

Dynamisch oder statisch – eine Selbsteinschätzung

Wie kann ich herausfinden, ob eine Führungskraft dynamisches oder statisches Selbstbild hat? Ich nutze dazu vier Fragen, die ich von Carol Dweck übernommen habe. Damit lässt sich eine grobe Einschätzung geben, in welche Richtung Sie als Führungskraft tendieren.

Inwiefern stimmen Sie nachfolgenden Aussagen zu oder eher nicht?

  1. Menschen sind, wie sie sind, und können daran nicht viel ändern.
  2. Jeder Mensch kann neue Dinge lernen, aber seine Intelligenz und seine Grundeigenschaften nicht entscheidend beeinflussen.
  3. Man kann sich als Mensch jederzeit grundlegend verändern.
  4. Jeder Mensch kann selbst beeinflussen, wie er ist und wie intelligent er ist.

Wenn Sie denken, die letzten beiden Aussagen treffen eher auf Sie zu, dann ist Ihr Mindset flexibel. Stimmen Sie mehr den ersten beiden Aussagen zu, dann haben Sie eher ein statisches Selbstbild.

Mich interessiert brennend zu erfahren, welche Erfahrungen Sie mit Menschen mit dynamischen oder statischen Selbstbild machen? Stimmen die oben dargelegten Charakterisierungen? Welches Selbstbildnis dominiert bei Ihnen? Sind Sie „coachable“?