Wenn wir wissen, was wir tun sollten, warum tun wir es dann nicht?

In unseren Köpfen reift der perfekte Plan. Wir wissen genau, was wir wollen und was zu tun ist. Dennoch schaffen wir es nicht, das Geplante effektiv umzusetzen. Warum? Aus meiner Erfahrung gibt es mehrere Faktoren, warum wir nicht das tun, was wir sollten.
  1. Verzerrte Wahrnehmung von Planung
    In uns herrscht die Vorstellung, dass derjenige Teil unserer Persönlichkeit, der Pläne macht, auch der Teil ist, der diese anschließend umsetzt. Das ist ein Irrtum. Es gibt eine exorbitant hohe Differenz zwischen diesen beiden Persönlichkeitsanteilen in uns. Ein Plan ist schnell gemacht, z. B. „ich möchte in den kommenden 6 Monaten 10 Kilo abnehmen“. Geht es daran, diesen in die Tat umzusetzen, steht man vor der Herausforderung, mit vielen Situationen umzugehen, die einen von einer erfolgreichen Umsetzung abhalten, z. B. regelmässige Geschäftsessen, die Gewohnheit vor dem TV zu essen etc.
     
  2. Diskrepanz zwischen Verstehen und Handeln
    Es existiert eine grosse Diskrepanz zwischen Verstehen und Handeln. Es ist illusorisch, davon auszugehen, dass wenn Menschen etwas verstanden haben, sie dann auch danach handeln. Wir alle kämpfen nicht mit der Herausforderung, zu wenig zu verstehen, sondern damit, zu wenig vom Verstandenen umzusetzen. Dies zeigt sich z. B. oft im Zusammenhang mit Weiterbildungen: wie selten schaffen wir es, das Gelernte im Alltag dauerhaft umzusetzen.
     
  3. Hohe Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines unwahrscheinlichen Ereignisses
    Eine weitere Herausforderung, Pläne erfolgreich umzusetzen, sind unvorhersehbare Ereignisse. Diese Ereignisse, wie z. B. sich ein Bein zu brechen oder in einen Autounfall verwickelt zu werden, passieren einfach ungeplant. Und natürlich geschehen solche Dinge zum Glück sehr selten. Dennoch: meine Erfahrung in Coachings hat gezeigt, dass in einer Zeitspanne von 12 bis 18 Monaten immer eine Krise eintritt – die Wahrscheinlichkeit des Eintretens irgendeines der vielen unwahrscheinlichen Ereignisse ist extrem hoch.
     
  4. Verführungen durch «Ausnahmen»
    Man ist ständig Anreizen ausgesetzt, die einem suggerieren, dass man eine Ausnahme machen darf, wie «ich habe heute Geburtstag, deshalb gibt es heute ausnahmsweise ein Stück Torte» oder «heute ist ein Feiertag, deshalb mache ich keinen Sport». Die Liste möglicher Ausnahmen lässt sich beliebig verlängern.
     
  5. Überschätzung der eigenen Willenskraft
    Oft wird die eigene Willenskraft überschätzt und auch, dass man selbst in der Lage ist, sein Verhalten regelmässig kritisch zu reflektieren. Auch hier zeigt meine praktische Erfahrung, dass dies den meisten Menschen so geht. Das führt dazu, dass sich Menschen nicht helfen lassen und sich in der Konsequenz viel langsamer verbessern, als sie es mit geeigneter Unterstützung getan hätten.
     
  6. Fehleinschätzung der eigenen Energie
    Ein weiteres Element ist die Fehleinschätzung, dass man nie müde wird oder erschöpft ist. Es wird davon ausgegangen, dass man stets mit voller Energie an die Umsetzung der Pläne geht. In Tat und Wahrheit gibt es zwischen einzelnen Arbeitstagen grössere Schwankungen beispielsweise, weil man schlecht geschlafen hat, sich krank fühlt o. Ä.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es eine Vielzahl von Gründen gibt, die uns davon abhalten, das, was wir geplant haben auch effektiv in die Tat umzusetzen.

Welche Illusionen begleiten Sie durch Ihr Leben?
Was könnten Sie tun, um diese gezielt zu überwinden?

Ich freue mich über Ihr Feedback. Teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen mit mir. Ich Ihnen in einem unverbindlichen Gespräch, wie Sie auf elegante Weise die Lücke zwischen Planung und Umsetzung  sukzessive schliessen können.